Der Teufelstisch in Hinterweidenthal

Im Kaltenbacher Thale
Ein Tisch von Felsen steht.
Dort saß der Teufel beim Mahle.
Hört, wie die Sage geht…

So beginnt das Gedicht des Heimatdichters Fritz Claus (1853-1923) zur Sage um den Hinterweidenthaler Teufelstisch im Pfälzerwald (Dahner Felsenland in Deutschland) und beschreibt, wie ein „finsterer Gesell“ sich den Tisch aus zwei Felsen baute, um auf der Wanderung durch die Nacht eine Rast einzulegen.
Gegen Ende des Gedichts wird von einem teuflischen Fluch gesprochen, der auf dem Ort fortan lastet und eine Gefahr darstellt für jeden, der um Mitternacht am Teufelstisch verweilt.

TeufelstischDer Teufelstisch mit seiner alten hohen Kiefer
(Foto ca. 1940)

Naturgeschichtlich ist der 14 m hohe Buntsandsteinfels, der an einen einbeinigen Tisch erinnert, vor etwa 250 Millionen Jahren durch Erosion entstanden.
Seit dem 19. Jahrhundert war auf der Platte des Hinterweidenthaler Teufelstisches eine imposante große Kiefer zu sehen, die 1999 einem Hagelgewitter zum Opfer fiel.
Heute steht eine jüngere und wesentlich kleinere Kiefer an dieser Stelle.

Der Wanderer, der sich vom Teufelstisch aus einige hundert Meter in den dahinterliegenden Wald begibt, gelangt zu zwei Felsen, die ebenfalls in dunkler Vergangenheit dem Teufel gewidmet wurden: Die „Teufelsküche“ und die „Teufelsschmiede“.
Sie besitzen jedoch bei Weitem nicht die beeindruckende Gestalt des Teufelstisches und hier ist auch keinerlei Sage bekannt.

Roter TeufelstischDer Teufelstisch in mystischem Licht
(Foto aus dem Jahre 2013)

Zur Walpurgisnacht 2006 feierte der okkulte Orden „In Nomine Satanas“ (Auflösung 2013) sein 10-jähriges Bestehen am Hinterweidenthaler Teufelstisch und im Gasthof „Am Teufelstisch“, der sich am Fuße der bizarren Buntsandsteinformation befindet.

2009 wurde von der Ortsgemeinde Hinterweidenthal neben dem Gasthof ein „Erlebnispark Teufelstisch“ eröffnet.
Ein etwas größerer Kinderspielplatz mit Minigolfanlage, der, Luzifer sei Dank, die direkte Umgebung des spirituellen Naturschauplatzes nicht berührt.

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