„Hail Satan?“ im Filmmuseum München

Hail Satan

Mit einer kurzen Ansprache stellte das 37. Filmfest München (27.06.19 bis 06.07.19) die Deutschlandpremiere des Dokumentarfilms „Hail Satan?“ am 4. Juli 2019 im Münchner Filmmuseum (englische OV, Eintritt regulär 10,90 EUR) vor.
Der Beitrag der Filmregisseurin Penny Lane über „The Satanic Temple“, der erstmals 2019 im renommierten Independent-Programm des Sundance Film Festivals in den USA lief, wurde als Comedy zwischen „Satan und Satire“ angekündigt.
Doch nach einigen selbstironischen Gags der Satanisten bei ihren medienwirksamen Aktionen wird schnell klar, dass bei dieser anerkannten US-Kirche politische Ziele im Bürgerrechtsbereich auf der Agenda stehen. Entsprechend enttäuscht reagierte mit der Zeit denn auch das christlich geprägte bay­e­rische Filmpublikum, als die versprochenen „Satansdeppen“ nicht geliefert wurden. Etliche Besucher verließen vorzeitig das Kino.
Die Filmemacherin Penny Lane aus Massachusetts (bislang Dokumentationen zur Präsidentschaft von Richard Nixon oder zum Krankheitsbild Morgellons), hat weniger Vorbehalte gegenüber dem erst 2013 gegründeten Satanic Temple, so dass in ihrem Feature zunehmend die protestierenden Christen albern wirken.

BaphometstatueBaphometstatue gegen die öffentliche Vorherrschaft von christlichen Monumenten
(Skulptur aus Bronze von Mark Porter im Auftrag des Satanic Temple)

Die Problematik der Dokumentation liegt also nicht an einer christlichen Perspektive zum Satanismus. Deren fanatischen Auswüchse werden von Penny Lane an Hand der „Satanic Panic“ (vor allem in den USA während der 80er Jahre) zitiert.
Es ist mehr der Fokus auf die Auseinandersetzung zwischen Satanisten und evangelikalen Gegnern, der eine kritische Darstellung der Inhalte des Satanic Temple vernachlässigt.

Was haben die Säuberungsaktionen von Highways im Sinn außer dem Marketing in eigener Sache? Auch satanistische Malbücher für Kinder im Grundschulalter („After School Satan“-Programm) kopieren lediglich die Indoktrinationsgewalt von christlicher Seite.
Und wenn Jex Blackmore, brillante Aktivistin des Satanic Temple in Detroit, wegen angeblicher Gewaltverherrlichung in ihren Performances ausgeschlossen wird, werden Forderungen nach individueller Religionsfreiheit auch etwas fragwürdig.

Links:
Filmmuseum München
https://muenchner-stadtmuseum.de/sammlungen/filmmuseum.html
The Satanic Temple
https://thesatanictemple.com

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