Grausame Töchter im Helvete Metal Club in Oberhausen

Die Hamburger Electro-Band Grausame Töchter von Aranea Peel hat seit ihrer Gründung im Jahre 2009 nicht nur einen häufig thematisierten BDSM-Hintergrund, sondern ebenfalls einen offensichtlichen (aber in den Medien verschwiegenen) Bezug zum Satanismus. Grund genug für mich, die Grausamen Töchter auf ihrer Grausam & Böse-Tour am 28. Januar 2017 im Helvete Metal Club in Oberhausen (Ruhrgebietsregion Deutschlands) zu besuchen.

Aranea PeelAranea Peel mit satanistischem Outfit

Für 14,80 Euro im Vorverkauf waren auch noch einige Support-Acts im „Helvete“ (der norwegische Begriff für „Hölle“) am Start. In dem Konzertkeller im Untergeschoss mit inversem Pentagramm und Baphomet an der Wand fühlte ich mich sofort wohl. Der Vorraum des Kellers hatte noch eine Cocktailbar mit kleiner Tanzfläche. Ein Stockwerk höher gab es eine größere Bar und einen Billardraum.

Grausame Töchter

Im Vorprogramm von Grausame Töchter spielten die Bands Darctors (Hard Rock), U-Manoyed (Electro) und Nachtsucher (Indie-Rock) relativ unauffällige Sets.
Erst der „Böse Wolf“ mit seiner One-Man-Comedyshow im Rammstein-Sound konnte die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wechselweise im Wolfs- oder Schafskostüm animierte der Newcomer das Publikum bei seinem fröhlich-chauvinistischen „Tussi“ sogar zum Mitgrölen.

Eine kleine masochistische Freakshow mit Nadeln und Tacker war schließlich das Vorspiel für den Auftritt von Aranea Peel mit ihren Gespielinnen. Eine echte „Band“ war nicht zu sehen. Dafür lebte die Performance doch zu stark von der Darbietung der Gründerin des Projekts.
Mit freiem Oberkörper tanzte sie vor den Bildsequenzen im Bühnenhintergrund. Zu dem Stück „Mensch und Tier“ wurden über dem Pentagramm der Church of Satan die „Nine Satanic Statements“ von Anton Szandor LaVey eingeblendet. Bei „Fette Katzen“ lebte Aranea Peel ihren weiblichen Sexismus aus, indem ein dicker Mann mit Katzenmaske geohrfeigt wurde.

Aranea Peel mit FanAranea Peel mit christlichem Fan (2015)

Die Show der Grausamen Töchter konnte mich über die ganze Zeit hinweg in den Bann ziehen und hatte eindringliche Botschaften: „Warum hast du Angst?“ (aus „Angst entstellt den Menschen“) oder „Ich darf das!“.
Irgendwann gegen Ende gab es auch eine positive Reaktion beim weiblichen Publikum, als realisiert wurde, dass hier eine künstlerische Propaganda für „Frauenfreiheiten“ inszeniert wird.

Links:
Grausame Töchter
http://www.grausame-toechter.de
Helvete – Pub * Club * Live Stage
http://helvete.de

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