Die Externsteine im Teutoburger Wald

Im Teutoburger Wald liegt an einem alten germanischen „Hellweg“ mit den „Externsteinen“ eine bis zu 40 Meter hoch aufragende Sandstein-Felsformation, die über Jahrhunderte einen spirituellen Anziehungspunkt für die Menschen darstellt.
Der Hellweg an den Externsteinen geht nach dem Germanisten Wolfgang Golther auf den Begriff „Helvegr“ zurück und beschreibt einen Weg zur Unterwelt („Helheim“) mit der germanischen Totengöttin „Hel“ (siehe Tagebuch vom 04. März 2014).

Hellheim„Hellheim“ (Carl Deucker, 1834)

Bereits in vorchristlicher Zeit wurden an den Externsteinen künstliche Grotten angelegt, die dann im Mittelalter für eine christliche Kapelle genutzt wurden.
Ebenfalls sehr alt sind die Bearbeitungsspuren am Rundfenster der Höhenkammer („Sacellum“). Zur Sommersonnenwende fallen hier die ersten Sonnenstrahlen ein. Nach neuzeitlichen astronomischen Berechnungen war diese ursprünglich vom Fels umschlossene Kammer eine Sternenbeobachtungsstätte der Germanen.

Mit der Christianisierung der Sachsen durch Karl den Großen kamen christliche Eremiten zu den Externsteinen. Doch auch die dunkle Aura der Felsen blieb erhalten, wie man an den unterschiedlichen Teufelssagen um den Ort erkennen kann (nähere Infos in dem Buch „Der Teufel am Externstein“ von Ralf Koneckis-Bienas).

ExternsteineMystik der Externsteine im Film der Gegenwart
(Aus „Externsteine“ von Karen Russo, 2012)

Im Deutschland der Gegenwart stehen die Externsteine unter Kultur- und Naturdenkmalschutz und gehören zu der Stadt Horn-Bad Meinberg (Umland von Bielefeld in Deutschland).
Das 2011 neu eröffnete Infozentrum zeigt Kurzfilme und eine Ausstellung zur Natur- und Kulturgeschichte. Auch Führungen zu den „Christlichen Spuren an den Externsteinen“ starten von hier.
Generell fällt auf, dass germanische Bezüge bei der Informationsvermittlung vermieden werden sollen.

Und auch die dunkle Seite der Externsteine ist anderswo weiterhin lebendig.
Da sieht man beispielsweise in dem Experimentalfilm „Lucifer Rising“ von Kenneth Anger, wie eine Marianne Faithfull im Jahre 1971 die steinernen Stufen an den Externsteinfelsen emporsteigt.
Die Musikerin und ehemalige Geliebte von Mick Jagger (The Rolling Stones) hatte diesen bereits 1968 zu „Sympathy for the devil“ inspiriert.
Kenneth Anger hatte 1966 mit Anton Szandor LaVey an der Gründungszeremonie der Church of Satan in San Francisco teilgenommen und wollte die Externsteine schwarzmagisch in Szene setzen.

Links:
Infozentrum Externsteine
http://www.externsteine-info.de
Hel – Göttin der Totenwelt
http://www.lokis-mythologie.de/hel.html

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