Ausstellung „El Miedo“ im Casa de la Cultura in Tijuana

Die mexikanische Wanderausstellung „El Miedo“ (Die Furcht) befasst sich mit Mythen und Sagen aus dem Dämonenreich der menschlichen Kulturgeschichte.
Im „Casa de la Cultura“ (Kulturhaus) von Tijuana werden bei einem Eintritt von Mexikan. Peso 60,– (EUR 3,34) vom 30. Oktober bis zum 31. Dezember 2014 die albtraumhaften Skuplturen und Szenenlandschaften, Filme und Schautafeln gezeigt.

TeufelDer Teufel in der „El Miedo“

In der Ausstellung wird deutlich, wie universell das Dämonische in den Kulturen der Menschheitsgeschichte ausgeprägt ist. Nicht nur der christliche Kulturraum hat hier seine Sagen und Überlieferungen.

Aus dem europäischen Bereich begegnen uns der hingerichtete „Werwolf“ Peter Stump, der sich mit Hilfe eines magischen Gürtels vom Teufel „verwandelte“ (16. Jh.), aber auch Schilderungen von kirchlichen Exorzismusriten aus dem späten 20. Jahrhundert, bei denen ein angebliches Dämonenwesen auf einem britischen Friedhof „getötet“ werden sollte, was die bloße aufklärerische Fassade der „modernen Gesellschaft“ in Westeuropa erkennen lässt.

CihuatateoAztekische Wiedergängerin Cihuateotl

Einige Dämonenvorstellungen haben einen kulturübergreifenden Charakter: So findet sich die 5000 Jahre alte „Lilith“ sumerischen Ursprungs später bei den Juden als Adams erste rebellische Frau, die den verbotenen Namen Gottes benutzte, als auch in Verbindung mit den in Wüsten lauernden „Ghulen“ arabischer Mythen.
Ebenfalls gegen die göttliche Ordnung rebellisch ist die vampirische „Cihuateotl“ der Azteken, die nach ihrem Tod bei der Kindsgeburt zur Wiedergängerin wurde und auch in Verbindung zu dem Mondgott Tezcatlipoca steht.
Jedoch nicht alle Dämonen stehen in Opposition zum Göttlichen, wie die Beispiele von „Gevatter Tod“ und Maya-Unterweltbewohner „Camazotz“ zeigen.

Erzsebet BathorySzenendarstellung mit der Blutgräfin Erzsébet Báthory

Zwei Räume sind in der Ausstellung „El Miedo“ speziell dem Vampirismus und der Lykanthropie (Werwolfsmythen) gewidmet. Hier begegnen wir fiktionalen Romanfiguren wie „Graf Dracula“ (Bram Stoker, 1897) und „Carmilla“ (Sheridan Le Fanu, 1872), aber auch der im Jahre 1611 verurteilten Serienmörderin Erzsébet Báthory. Als „Blutgräfin“, die im Blut ermordeter Mädchen gebadet haben soll, um sich jung zu erhalten, ist sie zur Legende geworden.

Übrigens, Tijuana ist keine kriminelle Stadt, die von der mexikanischen Drogenmafia regiert wird. Entsprechende Übertreibungen entspringen der rassistischen Arroganz moderner Kolonialmächte (die Mordraten der amerikanischen Großstädte Detroit und New Orleans sind weitaus höher).
Lediglich das Rotlichtviertel „Zona Norte“ mit den größeren Bars (Adelita Bar, Hong Kong Gentlemen’s Club) sollte von Einzeltouristen nach Einbruch der Dunkelheit gemieden werden.

Links:
Schamanischer Satanismus in Catemaco
(Englischer Videobeitrag von BavFilms/Mexico City)

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