Das Museum HR Giger in Greyerz

Im Mai 2014 ist mit dem Künstler Hans Rudolf Giger (1940–2014) ein prominenter Vertreter des Fantastischen Realismus verstorben.
Im Schloss St. Germain in Greyerz (Umland von Lausanne in der Schweiz) hinterlässt er ein Museum mit seinen Bildern und Skulpturen, das 1998 eröffnet wurde (Eintritt regulär 12,50 CHF, entspricht ca. 11 EUR).

Im Dachgeschoss des Gebäudes befindet sich außerdem seine private Kunstsammlung und ein Videoraum. Über den Außenbalkon gelangt man zur Museumsgalerie.
Hier werden temporäre Ausstellungen Fantastischer Malerei gezeigt (zur Zeit „Transmutations“ von Martina Hoffmann und Robert Venosa).
Dem Gebäude gegenüber liegt eine kleine Museumsbar mit dem Design von Giger.

Giger-MuseumAusstellungsraum im Museum HR Giger:
Möbeldesign („Harkonnen-Capo-Stuhl“) und Gemälde

Bekannt geworden ist Giger durch seinen Hollywood-Oscar, den er 1980 für die Mitwirkung an dem Science-Fiction-Horrorfilm Alien bekommen hat.
Das extraterrestrische Wesen wurde von ihm in späteren Filmen („Alien 3“, „Species“, „Prometheus – Dunkle Zeichen“) immer wieder in ähnlicher Form aufgegriffen und ist ein typischer Entwurf seiner Manie mit den „Biomechanoiden“.
Im Erdgeschoss des Museums gibt es sogar ein Kabinett, das für Erwachsene gekennzeichnet ist, in dem pornografische Zeichnungen mit den Kreaturen ausgestellt sind.

Baphomet-TarotDie Teufelskarte aus dem Baphomet-Tarot
(H. R. Giger / Akron)

Weniger bekannt ist die satanistische Seite von HR Giger.
Neben der Zusammenarbeit mit verschiedenen Black Metal-Bands bei der Gestaltung von CD-Cover (Celtic Frost, Triptykon) hat er 1992 mit dem Schweizer Okkultisten Akron das Buch „Baphomet – Tarot der Unterwelt“ im Urania Verlag veröffentlicht, wobei er sich für die Illustration der Tarotkarten verantwortlich zeigte.

Der im vergangenen Jahr verstorbene Akron (1948–2017) hat in den 70er-Jahren die Arbeitsbewilligung in Deutschland durch seine Musik bei zwei Rockbands (Black Mass, Amon Düül) verloren. Vorausgegangen war ein Ermittlungsverfahren nach § 166 StGB („Gotteslästerungsparagraf“).
In der Schweiz organisierte er später die „Schattenarbeit“ von seinem „Templum Baphomae“ bei Selbsterfahrungszusammenkünften.

Steven Johnson LeybaSteven Johnson Leyba mit Aleister Crowley-Porträt
(Privatsammlung im Museum HR Giger)

Eine längere Zusammenarbeit hatte HR Giger allerdings mit Reverend Steven Johnson Leyba von der Church of Satan. Der amerikanische Ureinwohner, Künstler und Begründer der „United Satanic Apache Front“ (Manifest im Museum in Greyerz) porträtierte den Schweizer in seinem handgefertigten Buchkunstwerk „The Great Satan“.
Giger schrieb ein Vorwort für Leybas erstes Verlagsbuch „Coyote/Satan/Amerika“ (Last Gasp) und schenkte ihm eine satanische Grafik mit persönlicher Widmung.

Links:
HR Giger Museum
http://www.hrgigermuseum.com

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