„Climax“ in der Harmonie in Frankfurt am Main

Eine Frau versinkt blutend in einer winterlichen Schneelandschaft. Die Eingangsszene des neuen Films von Skandal-Regisseur Gaspar Noé nimmt den Schluss bereits vorweg.
Ein Kunstgriff, den er bereits im Jahre 2002 bei „Irreversibel“ mit seiner 10-minütigen Vergewaltigungsszene angewandt hat. Diesmal wird von dem argentinischen Filmemacher die halluzinogene Droge LSD skandalisiert.

Climax

Das seit 1987 stattfindende Fantasy Filmfest in Deutschland zeigte am 26. Sepember 2018 während seiner jährlichen Präsentation des internationalen fantastischen Films (12.09.18 bis 30.09.18) „Climax“ von Gaspar Noé in der Harmonie in Frankfurt (französische OmdU, Eintritt 10,– EUR).
Die 72 Beiträge des 32. Filmfestes 2018 (einschließlich der 10 Kurzfilme) werden in den Städten Berlin, München, Hamburg, Köln, Frankfurt/Main, Nürnberg und Stuttgart auf die Leinwand gebracht.

Dem Beitrag von Gaspar Noé wurde zuvor schon bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes Beifall entgegengebracht. So klatschte bei der Deutschlandpremiere in Frankfurt auch die örtliche Feuilletonschickeria im voll besetzten Kinosaal ausgiebig.
Wer nicht zu diesem Affenrudel gehörte, der konnte sehr wohl die inhaltlichen Schwächen von Climax wahrnehmen.

Generell ist bei dem in Frankreich lebenden Regisseur mehr die Form der Filme ambitioniert.
Auch Climax liefert inhaltlich nicht viel mehr als den Small Talk einer französischen Tanzgruppe bei einer Party. Die jungen Männer und Frauen feiern mit einem DJ in einer abgelegenen Turnhalle und zeigen dabei Tanzeinlagen. Mit der Einnahme von LSD in der Bowle vom Buffet wird das Tanzverhalten wie auch das Kameraverhalten immer drastischer und es kommt zu Sex- und Gewaltexzessen.
Die halluzinogene Bewusstseinsdroge wird fälschlicherweise als psychedelische Substanz der radikalen Enthemmung dargestellt. Die obligatorischen Drogentoten in den Schlussszenen symbolisieren den finalen „Climax“ (Höhepunkt) und das Frankfurter Publikum durfte diesem orgiastischen Aufklärungsfilm des „Meisters“ (Originalton des Veranstalters zu Beginn der Vorstellung) applaudieren.

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